erinnerungen

es schneit wieder. äste durchadern die nacht
tinte spritzt auf meine hand. als ich die schreibfeder aus dem kiel löse

erinnerungen schlagen sich auf den fensterscheiben nieder
und du bist unzählige kilometer oder worte entfernt

das licht im raum. gleißend hell. die ganze nacht bereits –
ein versuch. dass nicht ein zu viel an gefühl aus den ecken kriecht

da ist ein blinder fleck in der mitte des auges. der kummer, den du spürst
angesichts des verlusts trotzdem so sehr zu lieben. oder trotz der kraft der liebe. zu sterben

alle diese worte – erinnerungen. blitzlichter. flackern über wände
während die nacht über die dächer kriecht und das herz verbrennt

was wir einander hätten sagen sollen. wartet mit den insekten auf den frühling
draußen umarmen straßenlaternen einen abwesenden himmel

ich verstehe die sprache des winds nicht mehr. mein herz tappt blind
am bordstein entlang. straßenräuber warten bereits an der kreuzung

in der reinheit des schnees werde ich später spuren hinterlassen
ein paar schuhe in der einen hand – eine atmende hoffnung

in der anderen

© Rea Revekka Poulharidou

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