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zuhause

& plötzlich ergibt alles
einen sinn

zuhause
du & ich

wie sich das licht
ändert. an diesem
abend. im februar

saphirhimmel
oben & unten eine welt
aus schnee

& spielende kinder
& das lächeln im gesicht
des schneemanns

& das alles teilen
mit dir

& danach gemeinsam
nach hause gehen

& das abendessen
picknick auf dem boden

& das fraglose wissen
um unsere müdigkeit

& dennoch dieser genuss
aneinander

wie jetzt. wenn du mir
die süße aus äpfeln & honig
reichst

© Rea Revekka Poulharidou

da ist ein weg

jenseits des sees
vier oder fünf berge
rostrot im dämmerlicht

berge
versunken
im vorspiel
der nacht

da ist ein weg hinter dem dunkel
er führt durch fülle & leere

da sind flüsse & wasserfälle
tausende kilometer
unter dir

zufriedenheit kommt
in kleinen schritten

launen kommen & gehen
doch eines bleibt

stille. wir alle teilen sie

wurzel & ast. rose & granatäpfel
wir können nicht genug bekommen
wir können nicht

manche sagen. schönheit ist
der feind des ausdrucks

andere sagen. ausdruck ist
der feind der schönheit

der schöpfer sagt.
geflügelte worte sind weder kunst
noch schönheit

geh langsam. geh schneller
geh.
du hast alles gesagt

© Rea Revekka Poulharidou

liebe verstehen

ich stelle mir vor, wie du
der beginn dieses gedichts bist

ich stelle mir vor. wie der regen es
an dein fenster schreibt

wie deine haut den duft
der erde atmet –

liebe verstehen

es genügt nicht
die wertvollsten gärten unserer hoffnung
in den himmel zu säen

es genügt nicht
die zukunft aus der blüte
einer rose zu lesen

liebe verstehen

in der art wie dornen
ihre rose beschützen

nicht zulassen. dass der mond
seinen schläfrigen kopf
auf unser dach legt

& unsere worte
im nachthimmel
verglühen

ihnen folgen. wo immer sie auch hinführen
alles hören. wie den pfeil
bevor er trifft –

unser herz schälen
schicht für schicht

sehen
was darunter
liegt

herz
unter
herz

© Rea Revekka Poulharidou

zeit

wenn ich meine hände
nur lang genug betrachtete

würde ich sehen wie sie sprießen
haarfeine wurzeln

aus den knochen
aus den fingern –

doch stattdessen
sehe ich nach oben

mein gesicht 10 jahre älter
seit der letzten nacht hier

nichts hat sich verändert

über dem berggipfel
fängt ein falke erstes licht

lang bevor es die augen erreicht
ich will sie schließen & warten

es ist noch zeit
zeit

ich kann sie noch öffnen
wenn ich will

© Rea Revekka Poulharidou