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was wir brauchen

zurück
aus einer welt
im nirgendwo –

wir brauchen
den stich der rose

eine herbe form von licht
an trostlosen nächten

tränen. die unseren mund
versalzen

ob vom rauen wind
oder der erinnerung

keine andere geschichte als
die unsere

einen brutalen traum
getränkt mit unserem leben

leidenschaftlich offen
illusorisch

worin wir aufwachen
ihm substanz verleihen

sein gesicht zu uns wenden
widerwillig

& sehen
für einen augenblick

wie schneeflocken
darauf schmelzen

& leuchten

© Rea Revekka Poulharidou

kindheitswege

ihre tage
angefüllt mit träumen
in denen bäume erzählten
& jeder augenblick
wunder barg

wie sie lagen
im hohen gras
& fiebrige worte
es war einmal
ihr herz eroberten

die tage vergingen
die sonne verglühte
das licht nahm ab

die kinder standen auf. gingen hinab
den unvermeidbaren pfad. suchten
nach unberührten tälern
nach wundern
liebe

jahre später. auf demselben hügel
werden sie fündig. sehen wie sie
alles umhüllt. in einer
tröstenden wolke

© Rea Revekka Poulharidou

nachtgedanken

in der einen hand
die dunkelheit

in der anderen
einen flügel

als wahl

das ist es
worin alle geheimnisse liegen –

der weg hinein ist verschlungen
& einfach. sagen sie

der weg hinaus jedoch
mühsam

schwierig darüber zu reden
gerade jetzt. wenn

der mond in seiner pracht
hinter den fichten erscheint

& endlose hoffnung
verspricht

© Rea Revekka Poulharidou

frühling

frühling kam dieses jahr
sehr spät

& auf einmal war er
da

milde klare
tage

zärtliche abende
bäume nah an nah

strecken sich
rasant in die höhe –

ich male sie
in meine augen

male sie mit
freude & kummer

dass wir nicht gemeinsam
hier sind

& uns auch so
aneinanderlehnen

& zusammenkommen
wie alles lebendige

zweige treiben aus
vollgepackt mit knospen

& dein versprechen liegt
auf meinen sinnen

mehr als alles andere
mehr als alles

© Rea Revekka Poulharidou

3 worte

gedankenverloren
blättere ich seite für seite um

das alte buch
erich fried – liebesgedichte

ein zettel darin
deine schrift

3 worte
ich vermisse dich

ich werfe den kopf in den nacken
berühre die stuhllehne. so wie damals

als wir gemeinsam
lachten weinten

& mein kopf nimmt die form
deines antiken ovals an

& mein gesicht
wird zu deinem gesicht

weich geschwungen
von der stirn bis zum kinn

& für einen augenblick
bin ich du

& weiß
es ist gut

wie es
ist

© Rea Revekka Poulharidou

vor langer zeit und weit entfernt

by Rea Revekka Poulharidou

wassermenschen
wasser über wasser. rauschen
klänge. musik

wer liebt das nicht?

vielleicht nur wüstenmenschen
ihre saiten sind über dünen & täler
gespannt

& wer könnte je kummer
willkommen heißen? oder
die traurigkeit der einsamkeit?

ich weiß es nicht
schsch … still

es gibt dinge über die nicht
gesprochen oder gedacht
werden kann

© Rea Revekka Poulharidou

fotografie

by Rea Revekka Poulharidou

sieh
dein gesicht
in einem besonderen
augenblick

& diese augenlider
aus licht

der mund
bereit etwas zu sagen
worauf wir schon immer
warteten

die haut
rosig & makellos

wir sind heute die einzigen
die nicht sehen können
was sich veränderte

ein augenblick folgte
dem anderen. glich dem
davor & danach

der puls des lebens –
dann fremdheit

alles ist
wie es war

alles ist
anders

© Rea Revekka Poulharidou