Header Image - Rea Revekka Poulharidou

Tag Archives

7 Articles

erinnern

by Rea Revekka Poulharidou

erinnern.
nur an das licht. nach dem ich dürstete
an das leidenschaftliche flüstern
das beben unserer herzen
nur an das gebet der seele
den blühenden garten
die erde

& an die sonne. die meinen hunger
stillte
nach licht

erinnern.
nur an die worte
der liebe

© Rea Revekka Poulharidou

 

gaukler

by Rea Revekka Poulharidou

kummer – ich kenne dich
du gaukler

du bist die sehnsucht
nach einer hoffnung

bist die einsamkeit
eines dunklen herzens

ein streunender hund
ohne weg & ziel

eine flackernde kerze
im nächtlichen wind

kannst glück & schmerz
nicht voneinander trennen

ich kenne dich du gaukler
& ziehe weiter

bleibe sonnenliebende
poetin, träumerin

die stets nach dem licht
im dunklen sucht

© Rea Revekka Poulharidou

liebe

by Rea Revekka Poulharidou

an deiner liebe
habe ich dich erkannt

liebe ist deine frucht
frei von allem was dich umgibt

nur die liebe wächst trägt knospen &
reift mit der schlichtheit einer rose

liebe ist dein geburtsmal
dein brandzeichen

sie hebt dich aus der masse
macht dich erkennbar

einen menschen erkennst du nicht
an der gewandtheit seiner worte

auch nicht an seiner arbeit
oder seinem reichtum

denn es ist das leben
das dies gibt oder verwehrt

sicher sind edle worte bereichernd
arbeit & reichtum schenken hoffnung

doch nur die liebe
singt

wie ein milder
frühlingswind

von der schönheit
deiner seele

© Rea Revekka Poulharidou

was wir brauchen

by Rea Revekka Poulharidou

zurück
aus einer welt
im nirgendwo –

wir brauchen
den stich der rose

eine herbe form von licht
an trostlosen nächten

tränen. die unseren mund
versalzen

ob vom rauen wind
oder der erinnerung

keine andere geschichte als
die unsere

einen brutalen traum
getränkt mit unserem leben

leidenschaftlich offen
illusorisch

worin wir aufwachen
ihm substanz verleihen

sein gesicht zu uns wenden
widerwillig

& sehen
für einen augenblick

wie schneeflocken
darauf schmelzen

& leuchten

© Rea Revekka Poulharidou

kindheitswege

by Rea Revekka Poulharidou

ihre tage
angefüllt mit träumen
in denen bäume erzählten
& jeder augenblick
wunder barg

wie sie lagen
im hohen gras
& fiebrige worte
es war einmal
ihr herz eroberten

die tage vergingen
die sonne verglühte
das licht nahm ab

die kinder standen auf. gingen hinab
den unvermeidbaren pfad. suchten
nach unberührten tälern
nach wundern
liebe

jahre später. auf demselben hügel
werden sie fündig. sehen wie sie
alles umhüllt. in einer
tröstenden wolke

© Rea Revekka Poulharidou

worum es geht

worum es geht - Briefgedicht von Rea Revekka Poulharidou

worum es geht (26)

wie oft wird die wahrheit entstellt
nur um sie erträglich zu machen?

die nachrichten sind voll davon

ich wünschte. kein neugeborenes
müsste mehr diesen horror sehen

eine rose verwelkt. eine andere erblüht

jedes kriegsdenkmal versucht zu sagen
was nicht gesagt werden kann

unsere lager sind voll. mit gefühlen
selten berühren wir sie

manchmal zittert mein schatten
ohne mich

manchmal fällt das morgen
auf gestern

doch darum geht es jetzt nicht

worum es geht. hat mit den augen zu tun
die sich abwenden

wieso wiegt eine träne nur mehr
als die ganze welt?

© Rea Revekka Poulharidou