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glutball

glutball über dem hügel
ein meer an rot

die musik des himmels
endlos

reglos sitze ich da
bis ich es nicht mehr ertrage
& stehe auf

alles breitet sich vor mir aus
in der ferne

ich betrachte es. gehe darauf zu
doch es ändert sich nichts

was wir sehen
beginnt und endet
jenseits des denkbaren

& wir. wir suchen weiterhin
nach einem anderen himmel
einer anderen erde

während die eiskappen
schmelzen

© Rea Revekka Poulharidou

nach der arbeit

by Rea Revekka Poulharidou

da lag ein kleiner zettel
auf dem tisch
als ich heimkam

& darauf stand
willkommen in unseren
offenen räumen       meine liebe

& eine blume
war auf dem tisch
sie sagte
rosenfrau

& eine muschelschale
die schönste von allen
sie sagte
hör      hör
auf das meer in dir

© Rea Revekka Poulharidou

vor langer zeit und weit entfernt

by Rea Revekka Poulharidou

wassermenschen
wasser über wasser. rauschen
klänge. musik

wer liebt das nicht?

vielleicht nur wüstenmenschen
ihre saiten sind über dünen & täler
gespannt

& wer könnte je kummer
willkommen heißen? oder
die traurigkeit der einsamkeit?

ich weiß es nicht
schsch … still

es gibt dinge über die nicht
gesprochen oder gedacht
werden kann

© Rea Revekka Poulharidou

goldener atem

goldener atem über der küste –
der himmel besteht noch immer aus zwei silben &

es gibt kein wort, das zittern zu beschreiben
das deine stimme unter meiner haut verursacht

oder das empfinden ausdrückt
wenn ich deine worte lese

was sagen worte überhaupt?

selbst die nacht bricht nicht herein
wie wir zu sagen pflegen

ich sitze und warte bis sich auch
der letzte stern vorgestellt hat

wobei die meisten von ihnen
ganze galaxien sind

wir meinen zu sehen
was wir klar umreißen können –

letzte sonnenstrahlen gleiten über das wasser
sein kräuseln schreibt ein neues  alphabet

wie lange brauchen meine worte
bis sie dich erreichen?

die einzigen blumen, die sprechen
sind die des dichters

einen garten habe ich hier
für dich gepflanzt

© Rea Revekka Poulharidou

strand

kleine kiesel. unzählbar
so viele farben

ganze und zerbrochene
muschelschalen

dazwischen

eine möwenfeder
offene seeigel

glas. geschliffen. wie das herz
nach langem kummer

das leere schneckenhaus
eines einsiedlerkrebses –

ein mädchen geht das blau entlang
halb himmel. halb windbewegter ozean

ein kiesel nach dem anderen
gleitet in ihre tasche

ab und zu nimmt sie einen heraus
betrachtet ihn mit bedacht

diesen nicht. aber diesen
welchen? warum?

die wellen bleiben unbeeindruckt
kräuseln. beugen sich. brechen

ich möchte ihr etwas sagen
doch was wird sie hören

über die entfernung?
meer meer. den schrei einer möwe

geh langsam.
am rand des wassers

wähl aus. alles
was du einmal loslassen wirst

als geschähe es
jetzt

© Rea Revekka Poulharidou

es kommt eine zeit

es kommt eine zeit.
in der die erde still steht.

wenn eine möwe sich unmerklich. in sich nach vorne beugt.
bevor sie zum flug ansetzt. über gleichgültige gewässer.

ich schlafe zwischen diesem und jenem stern.
mein traum schlägt die tür hinter sich zu. verschwindet im wald. dort drüben.

hoffnung und albtraum schließen einen tauschhandel ab.
blumen ersticken. in dünner luft.

was es nicht gibt. existiert trotzdem. in den worten.
kurz bevor du sie aussprichst. siehst du es am klarsten.

jede unserer silben. ein lied.
in ihrer tiefe. wissen wir. wir sind eins. wissen wir. warum wir lieben.

es kommt eine zeit.
in der ein wort. nur ein einziges. gestalt annimmt.

unerreichbar still. alle bedeutungen verliert.
die das herz verletzen.

allein für dich geschrieben.
ein innehalten des winds.

stille zwischen deinem atem.
die zu meinem atem wird

© Rea Revekka Poulharidou