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mein meer

mein meer - Briefgedicht von Rea Revekka Poulharidou

mein meer (61)

zum wertvollsten besitz wurde mir das meer
sowie jede erinnerung daran.
jetzt wogt es nirgendwo sonst als in mir.
überall in meinem körper.

auf eigenartige unerklärliche weise
gefällt mir die vorstellung
dass dieses meer nur mir gehört –
blau lichtdurchflutet

tief stürmisch still –
eine kostbarkeit
jenseits jeder realität

© Rea Revekka Poulharidou

abend am meer

das meer war seit langem nicht so still
fünf möwen fliegen lautlos
in die weite

das wasser ihr spiegel

die sonne untergegangen
das wasser zieht sich zurück
nur wolken türmen sich auf

das meer schweigt

wolkenschatten liegen auf der oberfläche
durch den vorhang der szenerie glimmt es golden –
plötzlich der abendstern

eine schwebende fackel

es ist als sei diese vorstellung nicht für uns
als sei sie nur eine probe hinter dem vorhang
für eine andere zeit

für ein anderes publikum

© Rea Revekka Poulharidou

verknüpfungen

sonderbar wie sich manche verknüpfung
doppelt in die erinnerung einnäht

einmal auf der stoffoberfläche und
einmal im umgelegten saum

so ist es auch mit der einen insel
sand & salz auf der haut

die sonne geht unter bei skala eresos
das meer & sapphos felsen fangen feuer

gegrillter fisch & flüssiges gold
aus messingkaraffen

die dämmerung legt ihre arme
gelassen um unsere schulter –

wenn du dreiundzwanzig bist
lebst du für immer

für eine kurze
zeit

© Rea Revekka Poulharidou