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Tage der Stille

Es gibt Tage der Stille. Tage, an denen du auf überfüllten Straßen unterwegs bist, die Sommerhitze in jede deiner Poren dringt und du mit jedem Schritt den Trubel, die Hektik um dich herum immer weniger wahrnimmst. Bis du nur noch hörst: deinen Herzschlag, deinen Atem.

Gedanken, die du meinst längst begraben zu haben, bahnen sich mit jedem Herzschlag ihren Weg nach oben. Beginnen unter der Oberfläche zu atmen und weiten sich unter der Haut. Dir schauert und du beginnst dich zu erinnern. An den Geruch des Regens an einem heißen Sommertag, das erste Lied, das dich zum Träumen brachte, an die erste Berührung, die deine Welt auf den Kopf stellte, an den Duft von Rosen in der Nacht. Tage der Stille, an denen du bist. Wieder bist

© Rea Revekka Poulharidou

Sternenstaub

mein Herz
schlägt
es schlägt
mein Herz
schlägt

dein Herz

es    sc hl  ä gt
dein H  er z

Sternenstaub würde ich mir aus der Brust reißen und sanft, ganz sanft in dein Herz streuen. Wenn ich dich halten könnte, eine Weile noch halten könnte unter der Sonne, unter diesem Himmel.

Deine Stimme schenkte mir die ersten Worte, deine Hände trugen mich, deine Geschichten und Lieder tanzten in mir.

Das Meer war unser Spielplatz, Seesterne und Muscheln unsere Freunde. Abends sahen wir der Sonne zu, wie sie glutrot ins Wasser fiel, ließen Steine über das brennende Wasser gleiten und hörten dem blauen Rauschen zu.

Ich gehe ans Meer, steige ab zum Grund und sammle sie wieder ein, die Steine, die Sonne und bringe sie zu dir, wenn du nur noch eine Weile bleibst, unter der Sonne, unter diesem Himmel.

Ich erzählte dir von den Farben, die das Meer am Morgen, am Mittag am Abend trug. Jede einzelne beschrieb ich dir – wie sie sich brach, wie sie über die Wellen floss und wie die Sonne das Wasser vergoldete. Fischen begegnete ich, großen und kleinen, ängstlichen und neugierigen. Wolken flogen unter Wasser, stieben  auseinander und kamen neu zusammen.

Ich erzähle dir alle Geschichten wieder – von Anfang an und alle, die neu dazu gekommen sind – 1001 Nacht und länger, wenn du nur noch eine Weile bleibst, unter der Sonne, unter diesem Himmel.

Sternenstaub, den du mir gegeben hast, in meine Brust … streue ich in deine.

Sanft
Ganz sanft
Bleib

Für den Menschen, der mich geliebt hat, noch bevor es mich gab

© Rea Revekka Poulharidou