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unsichtbares

unsichtbares
unhörbares

sehnsucht 
begleitet von jedem wort, das
du bislang schriebst

reglos steht der reiher
auf einem pfahl
im see

sonnendurchflutetes
wasser

zwei schwäne
im freudentanz
leichter als licht

& doch schwerer
sobald du
blinzelst

handle
ruhig

die sprache dafür ist einfach
jede deiner zellen kennt sie

der reiher reckt den hals
er hört was wir nicht hören
sieht was wir vermissen

die schwäne gehen an land
im letzten sonnenlicht
einer &
einer

© Rea Revekka Poulharidou

im reich der poesie

ich mag es hier
unter dem dach
der platanen & linden

ich mag es
wie der wind die bäume wortlos entkleidet
wie sich licht & laub endlos wiederholen

ich mag es
weil ich hier lieber bin
als anderswo & weil
ich sie liebe –

die eigenwilligkeit
den zauber der sprache
ihr geist ist überall

in meinem haus leben bilder
sie malen sich selbst

im garten wächst der baum
meiner liebe

über dem himmel
wölben sich weitere himmel

& dieser reichtum
kennt keine
grenzen

© Rea Revekka Poulharidou

rätsel

pinselstrich
engelsflügel

zurück aus der
vollkommenheit

synapsen binden
wort an wort

nur noch ein sprung
zum endlosen –

in aller schönheit
liegt ein rätsel

im mark einer jeden
wurzel

am saum eines jeden
felsens

in der lunge jeder
wolke

ein rätsel

wächst &
bleibt

© Rea Revekka Poulharidou

lilien

unser jammern & klagen
ein ständiges flattern
im wind

keine antwort ist alles
was wir erhalten

kein wunder
kein wunder

sieh
die lilien sind zurück
im hohen gras

entschlossen tun sie das
wofür sie hier sind

beugen sich
im wind

verschließen
ihre lippen

© Rea Revekka Poulharidou

orangenblüten

orangenblüten legten spuren
auf dem boden des herzens

& die präludien ließen träume zurück
auf dem kalkweiß einer mauer

& dort weiter unten. bäume. silber
dann nicht mehr silber. wind

& du sitzt dort
im flackernden grün
entspannt

blätter rauschen im wind

die welt ist dir nichts
die musik ist dir nichts
die nachmittagsruhe. nichts

nur der wind
wie er sich bewegt
durch den silbernen glanz

& die orangenblüten
auf den weichen steinen
als seien sie gedichte

© Rea Revekka Poulharidou