Header Image - Rea Revekka Poulharidou

ungetrübte augen

by Rea Revekka Poulharidou

das leben betrachten
mit ungetrübten augen –

die erde ist nach wie vor das paradies
das sie schon immer sein wollte

der himmel so weit entfernt
wie zuvor

die wolken reisende botschafter
wie seit anbeginn der zeit

da ist nichts mehr
das verworfen werden will

da sind nur noch die lieder der jungen
und die der alten, die auf etwas anderes hoffen

Herr, sprich zu ihnen in ihrer ungewissheit
sag ihnen

die schatten sind längst verschwunden
der nebel hat sich gelichtet

sag ihnen, dass licht
keine metapher ist

© Rea Revekka Poulharidou

es genügt nicht

by Rea Revekka Poulharidou

ein gürtel
aus sternen

um meine taille
geschnallt

meine worte
ein klumpen salz –

es genügt nicht
zu schreiben &

immer wieder
den beginn zu suchen

es genügt nicht
jedes wort zu wiegen –

hör auf deinen herzschlag
wie er kommt
wie er geht

wie er die welt
am leben
hält

© Rea Revekka Poulharidou

gaukler

by Rea Revekka Poulharidou

kummer – ich kenne dich
du gaukler

du bist die sehnsucht
nach einer hoffnung

bist die einsamkeit
eines dunklen herzens

ein streunender hund
ohne weg & ziel

eine flackernde kerze
im nächtlichen wind

kannst glück & schmerz
nicht voneinander trennen

ich kenne dich du gaukler
& ziehe weiter

bleibe sonnenliebende
poetin, träumerin

die stets nach dem licht
im dunklen sucht

© Rea Revekka Poulharidou

liebe

by Rea Revekka Poulharidou

an deiner liebe
habe ich dich erkannt

liebe ist deine frucht
frei von allem was dich umgibt

nur die liebe wächst trägt knospen &
reift mit der schlichtheit einer rose

liebe ist dein geburtsmal
dein brandzeichen

sie hebt dich aus der masse
macht dich erkennbar

einen menschen erkennst du nicht
an der gewandtheit seiner worte

auch nicht an seiner arbeit
oder seinem reichtum

denn es ist das leben
das dies gibt oder verwehrt

sicher sind edle worte bereichernd
arbeit & reichtum schenken hoffnung

doch nur die liebe
singt

wie ein milder
frühlingswind

von der schönheit
deiner seele

© Rea Revekka Poulharidou

was wir brauchen

by Rea Revekka Poulharidou

zurück
aus einer welt
im nirgendwo –

wir brauchen
den stich der rose

eine herbe form von licht
an trostlosen nächten

tränen. die unseren mund
versalzen

ob vom rauen wind
oder der erinnerung

keine andere geschichte als
die unsere

einen brutalen traum
getränkt mit unserem leben

leidenschaftlich offen
illusorisch

worin wir aufwachen
ihm substanz verleihen

sein gesicht zu uns wenden
widerwillig

& sehen
für einen augenblick

wie schneeflocken
darauf schmelzen

& leuchten

© Rea Revekka Poulharidou