wer hört uns, wenn wir reden?

wie lange singt das rotkehlchen bereits
während ich darüber nachdenke
was du sagtest?

sein rufen kommt vom garten gegenüber
verwildert ist er schon seit jahren

der gesang wird zum ende hin langsamer. als sei
sein anfang zugleich der beginn eines verlusts

so oft erscheint vieles einfach und reicht doch nicht aus –
wir driften auseinander. zwei boote in derselben strömung

ich will glauben, dass immer jemand hört
solange wir reden.
nichts ist jemals zu ende

entfernung erkennen wir erst dann
wenn wir die hand ausstrecken
ob zum trost. ob aus liebe

so viele worte – dabei will ich nur eines sagen
ich bin hier. und

ich schreibe gegen den beginn des verlusts an
schreibe gegen das drohende schweigen an

indem ich das lied dieses unglaublichen vogels bemühe
nur um zu sagen, was es hieße. wenn wir gehen

© Rea Revekka Poulharidou

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