zehn menschen

zehn menschen - prosagedicht von Rea Revekka Poulharidou

zehn menschen

(München)

manchmal lasse ich meine gefühle im spiegel
zurück. damit sie der nächste sieht

der tod hat urlaub steht auf dem filmplakat
eine lüge. seine beißzange greift nach jedem

es gibt so viele wege zu sterben

jeder betet für etwas. wenn auch nur dafür
für nichts mehr beten zu müssen

die möwe über mir. beobachtet mich
als wolle sie etwas fragen

wir alle haben antworten auf fragen
für die uns die worte fehlen

vögel sangen gestern. die ganze nacht
für etwas. das wir bald zur seite legen

zehn menschen. erschossen

der wind weht verzweifelt durch das gras
bäume verlieren ihre rinde

schnecken verlassen ihr haus
und das herz. wandert aus

in eine undurchdringliche
wüste

© Rea Revekka Poulharidou

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