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worte. gemalt

worte. gemalt
behutsam
sanft

bevor das bild
bebt & zerfällt

du bist feuer
du bist nektar
klares wasser
bewegt von der leisesten
berührung

dein hals
ein langer fluss
zwischen verstand & körper
zwischen dem was du sagst &
tust

die linie deines nackens
anmutig formvollendet
das gesicht
versunken
in weiß

bedeckt
von meinen
berührungen
so unberührt

© Rea Revekka Poulharidou

blumen

unter deiner berührung
wandelt sich meine haut
zu einem see aus licht

findet ihre verlorene sprache
in deiner wieder

ausradiert & neu
erschaffen –

in der stadt
verwaiste cafés
leere marktstände
doch alles atmet
pfirsiche trauben
sommer

in dieser erneuerten welt
wächst licht & unter deiner berührung
weitet sich jeder kleinste punkt in mir

wind zwirbelt tage nächte um uns &
dein shirt formt sich zu blumen
in meiner hand

© Rea Revekka Poulharidou

erneut träumte ich

erneut träumte ich
du seist hier

& wachte im sicheren glauben auf
es sei deine stimme

liebe ist honig
liebe ist wein

denke nie
ich sei weit entfernt

sagtest du
im traum

ich wachte ein wenig mehr auf
& erinnerte mich

du am fluss. am see. am meer

ich wartete
bis ich

deinen atem spürte
deine stimme hörte

ich lag lang
& vergaß

© Rea Revekka Poulharidou

da war ein geräusch in der ferne

war es ein vogel der empor flog
war es ein schatten über dem schnee

war es ein arm um eine schulter
war es eine weitere chance

war es ein wort auf einem blatt papier
war es ein satz der nicht beendet werden will

war es sonnenlicht auf dem bett
war es dunkelheit die nach dem morgen ruft

war es stilles verständnis
war es ein herz das raum schafft

war es liebe innerhalb eines augenblicks
war es dein träumender atem auf meiner haut

war es die feine linie die den weg weist
zwischen der ersten und letzten begegnung

© Rea Revekka Poulharidou

schreiben

weil du liest

weil du mir am nächsten
& entferntesten bist

weil wir uns vermissen
seit wir uns zuletzt sahen

weil deine finger
meine zeilen berühren

weil worte geheimnisse sind
die sich wortlos begegnen

weil wir einander über raum & zeit
erkannten

weil wir ein neues wort brauchen

weil wir einander lieben
seit es uns gibt

weil du jedes kleinste detail von uns
siehst & mit liebe tränkst

weil worte ein brennglas sind
& gedanken in brand setzen

weil wir einander sicher waren
weil wir aneinander zweifelten

weil sicherheit & zweifel
einander fressen

wegen eines flusses &
eines sees

weil wir keine worte brauchen, um uns zu hören
nicht einmal eine zunge. nicht einmal einen körper

weil ich einen stift halte & es nacht wird
& die tinte mein herz ist

weil wir leben

weil du liest

© Rea Revekka Poulharidou