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muschel

eine muschel
ist eine muschel

& ein stern
ist ein stern

doch wenn mir die muschel
aus den händen gleitet

in den sand fällt
& ich sie aufhebe

sie zwischen den fingern
hin- und herwende

ist ein stern
ein stern

& die muschel
ist hier bei mir

& ich liebe sie

© Rea Revekka Poulharidou

den ganzen tag

den ganzen tag
flüsterte der himmel
dem meer zu

doch
nichts
bewegte sich

in den gassen
sperrten fensterläden
die sonne aus

zwischen den lamellen
schoben sich kinder
nachrichten durch

tintenblaues papier
segelte herab

in der ganzen stadt
hielt die liebe aussschau
nach uns

überall
folgte sie uns
nach

den ganzen tag
schrieb ihr finger
auf meinem bauch

stieg
mein feuchtes
rückgrad hinauf

ich nahm
den blick
von ihr

die stadt erwachte
katzen reckten sich
standen auf

fensterläden
öffneten sich
nach & nach

dieselbe einsamkeit
die uns verschließt
öffnet uns wieder

© Rea Revekka Poulharidou

worte. gemalt

worte. gemalt
behutsam
sanft

bevor das bild
bebt & zerfällt

du bist feuer
du bist nektar
klares wasser
bewegt von der leisesten
berührung

dein hals
ein langer fluss
zwischen verstand & körper
zwischen dem was du sagst &
tust

die linie deines nackens
anmutig formvollendet
das gesicht
versunken
in weiß

bedeckt
von meinen
berührungen
so unberührt

© Rea Revekka Poulharidou

blumen

unter deiner berührung
wandelt sich meine haut
zu einem meer aus licht

findet ihre verlorene sprache
in deiner wieder

ausradiert & neu
erschaffen –

in der stadt
verwaiste cafés
leere marktstände
doch alles atmet
pfirsiche trauben
sommer

in dieser erneuerten welt
wächst licht & unter deiner berührung
weitet sich jeder kleinste punkt in mir

wind zwirbelt tage nächte um uns &
dein shirt formt sich zu blumen
in meiner hand

© Rea Revekka Poulharidou

erneut träumte ich

erneut träumte ich
du seist hier

& wachte im sicheren glauben auf
es sei deine stimme

liebe ist honig
liebe ist wein

denke nie
ich sei weit entfernt

sagtest du
im traum

ich wachte ein wenig mehr auf
& erinnerte mich

du am fluss. am see. am meer

ich wartete
bis ich

deinen atem spürte
deine stimme hörte

ich lag lang
& vergaß

© Rea Revekka Poulharidou

da war ein geräusch in der ferne

war es ein vogel der empor flog
war es ein schatten über dem schnee

war es ein arm um eine schulter
war es eine weitere chance

war es ein wort auf einem blatt papier
war es ein satz der nicht beendet werden will

war es sonnenlicht auf dem bett
war es dunkelheit die nach dem morgen ruft

war es stilles verständnis
war es ein herz das raum schafft

war es liebe innerhalb eines augenblicks
war es dein träumender atem auf meiner haut

war es die feine linie die den weg weist
zwischen der ersten und letzten begegnung

© Rea Revekka Poulharidou