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sternstunde

wir fanden einen weg
zu den sternen

hinter der silhouette
des monds

wolken ruderten
voran

der anfang einer geschichte
geschrieben mit silberner schrift

was auch immer geschehen sollte
es geschah noch nicht

blauer himmel
blaue unendlichkeit
blau über der erde

warum geschehen die großen dinge
nur so weit entfernt von uns?

© Rea Revekka Poulharidou

perseiden

Göttervater Zeus begehrt Danae und findet durch das Dach ihres Gefängnisses Zugang zu ihr, indem er sich in einen goldenen Regen verwandelt.

wir liegen im gras
unter einem himmel
sternenbedeckt

warten

bis es gold regnet
bis wir durchtränkt sind
von licht & nacht

& nichts anderes
begehren
als das

was Zeus & Danae
begehrten

© Rea Revekka Poulharidou

nachtnotizen

meine nachtnotizen
ein almanach der späten stunden

Ikarus fiel. vor langer zeit
die sonne im rücken

hinter dem berg
kaum licht. das blatt
nicht zu sehen. nicht wirklich

weniger noch die vorstellung
wie es geschehen sein könnte

der blasse junge
am heißen wachs verbrannt
vom wind gekühlt

das wasser. wie aus dem nichts
so willkommen. eine plötzliche
ohnmacht

so viele leben seitdem
alle ähneln einander
alles lichtfänger

himmels-
stürmer

© Rea Revekka Poulharidou

abend am meer

das meer war seit langem nicht so still
fünf möwen fliegen lautlos
in die weite

das wasser ihr spiegel

die sonne untergegangen
das wasser zieht sich zurück
nur wolken türmen sich auf

das meer schweigt

wolkenschatten liegen auf der oberfläche
durch den vorhang der szenerie glimmt es golden –
plötzlich der abendstern

eine schwebende fackel

es ist als sei diese vorstellung nicht für uns
als sei sie nur eine probe hinter dem vorhang
für eine andere zeit

für ein anderes publikum

© Rea Revekka Poulharidou

süden

straßen fließen
in den himmel

hinter dem hügel
geht die sonne unter
rot

blaue
violette schleier
dort. sehr nah

über den häusern wolken –
wattebäusche mit brilliantrand
berühren beinahe die dächer

das licht
verweilt an den straßenecken
verfängt sich auf balkonen
zieht unwillig weiter

der himmel
berührt alles
tritt überall ein

was soll ich nur tun
mit so viel blau
so viel rot?

© Rea Revekka Poulharidou