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wortlos

wortlos
nähere ich mich
worten

absolut unfähig
zu sagen. genau
zu sagen

wie es ist
wie du bist

ein vogel
von unwahrscheinlichem
reichtum

fast unerkannt
als eine
unter uns –

in stimme & gestalt
eine seltenheit
in der alles ist

alles
was ich nach & nach erkenne

alles
was noch geformt werden kann

was sich selbst formt &
form annehmen wird

ein flüstern im wind
pausen aus stille

& die auflösung des raums

meine hand bewegt diesen stift
über das papier

mein mund formt sich
in erinnerung an dich

meine augen
erinnern sich

puls meines herzens
weitet. zieht sich
zusammen

eingeatmete luft
ausgestoßen

über diese worte
wortlos

ein akt
weiter
zu gehen

ein akt
zu sein

© Rea Revekka Poulharidou

glutball

glutball über dem hügel
ein meer an rot

die musik des himmels
endlos

reglos sitze ich da
bis ich es nicht mehr ertrage
& stehe auf

alles breitet sich vor mir aus
in der ferne

ich betrachte es. gehe darauf zu
doch es ändert sich nichts

was wir sehen
beginnt und endet
jenseits des denkbaren

& wir. wir suchen weiterhin
nach einem anderen himmel
einer anderen erde

während die eiskappen
schmelzen

© Rea Revekka Poulharidou

nacht

die nacht
ein meer
außerhalb
deines körpers

der sternklare himmel
ein wald aus vögeln
blumen fischen
ein wundervoller traum

das meer
ein spiegel der dinge
heute nacht

denken ist schönheit
ein zuhause
ist sonne
tag
ein licht
ein feuer

der schatten an der wand
klang dieser winternacht

© Rea Revekka Poulharidou

zuhause

& plötzlich ergibt alles
einen sinn

zuhause
du & ich

wie sich das licht
ändert. an diesem
abend. im februar

saphirhimmel
oben & unten eine welt
aus schnee

& spielende kinder
& das lächeln im gesicht
des schneemanns

& das alles teilen
mit dir

& danach gemeinsam
nach hause gehen

& das abendessen
picknick auf dem boden

& das fraglose wissen
um unsere müdigkeit

& dennoch dieser genuss
aneinander

wie jetzt. wenn du mir
die süße aus äpfeln & honig
reichst

© Rea Revekka Poulharidou

liebe verstehen

ich stelle mir vor, wie du
der beginn dieses gedichts bist

ich stelle mir vor. wie der regen es
an dein fenster schreibt

wie deine haut den duft
der erde atmet –

liebe verstehen

es genügt nicht
die wertvollsten gärten unserer hoffnung
in den himmel zu säen

es genügt nicht
die zukunft aus der blüte
einer rose zu lesen

liebe verstehen

in der art wie dornen
ihre rose beschützen

nicht zulassen. dass der mond
seinen schläfrigen kopf
auf unser dach legt

& unsere worte
im nachthimmel
verglühen

ihnen folgen. wo immer sie auch hinführen
alles hören. wie den pfeil
bevor er trifft –

unser herz schälen
schicht für schicht

sehen
was darunter
liegt

herz
unter
herz

© Rea Revekka Poulharidou