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was wir brauchen

zurück
aus einer welt
im nirgendwo –

wir brauchen
den stich der rose

eine herbe form von licht
an trostlosen nächten

tränen. die unseren mund
versalzen

ob vom rauen wind
oder der erinnerung

keine andere geschichte als
die unsere

einen brutalen traum
getränkt mit unserem leben

leidenschaftlich offen
illusorisch

worin wir aufwachen
ihm substanz verleihen

sein gesicht zu uns wenden
widerwillig

& sehen
für einen augenblick

wie schneeflocken
darauf schmelzen

& leuchten

© Rea Revekka Poulharidou

nacht

by Rea Revekka Poulharidou

die nacht
ein meer
außerhalb
deines körpers

der sternklare himmel
ein wald aus vögeln
blumen fischen
ein wundervoller traum

das meer
ein spiegel der dinge
heute nacht

denken ist schönheit
ein zuhause
ist sonne
tag
ein licht
ein feuer

der schatten an der wand
klang dieser winternacht

© Rea Revekka Poulharidou

wahr

es ist wahr. die kürzeste strecke zwischen zwei punkten
ist nicht immer eine gerade linie. auch nicht zwischen uns

es ist wahr. unsere worte sind zu leicht
selbst die schwerkraft hält sie nicht am boden

wie sieht liebe aus?
ab und zu leuchtet sie auf. ein blitz

und hält doch das herz
in der brust

es ist wahr. wir bauen mauern
aus unseren ängsten

doch wir entscheiden auch, ob die liebe
davor bleibt oder herein kommt

es ist wahr. der wind verfängt sich in den bäumen
es ist wahr. unsere spuren holen uns ein

lesen den wasserstand. entscheiden, ob der wasserpegel sinkt
oder der fluss erneut das land überschwemmt

zeichen. wir können sie lesen
wie es uns beliebt

hier sind meine schuhe
angefüllt mit dem gestern heute morgen

meine silben sind luft
die sprache entschleiert

es ist wahr. in der wüste
ist dein atem dein traum

er bringt leben. wenn du entscheidest
alles zu lieben, was du erschaffst

© Rea Revekka Poulharidou

was du dir wünscht

dich umgibt alles. von dem du dachtest
es sei nötig

ein gesicht. ein raum. ein bild

allem gabst du namen
jetzt rufen sie nach dir

doch was du dir wünscht
bleibt namenlos

es berührt dich nachts. verschleiert
in deinen träumen

du öffnest die arme. das herz
lässt sich fallen

aufgewacht erinnerst du dich an nichts
der traum jedoch erinnert sich an dich

er ist da. den ganzen tag
wie ein same in der erde
wie die sonne mitten
in der nacht

© Rea Revekka Poulharidou