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ferne

alles was du aus der ferne betrachtest
bleibt ferne

nur die klarheit des ereignisses
kehrt zurück & bleibt nah

möwen kreisen
hin & her

ihre ferne ist nicht
unsere

was sie sehen ist nicht
was wir sehen

ich wünschte ich könnte sagen
ich sah es ein mal
doch so ist es nicht

ich wünschte ich könnte sagen
ich schrieb ein gedicht
auf deine haut

doch ich tat es nicht

ich wünschte ich könnte sagen
es ist noch da

doch das ist es nicht

© Rea Revekka Poulharidou

höhlengeflüster

da ist ein flüstern. eingemeißelt
in den wänden der tiefsten höhlen

geschaffen von einem fluss.
der kein fluss mehr ist

einst gab es dort auch sterne.
an einem anderen himmel

da ist ein flüstern. es kehrt zurück
in einem anderen flüstern

dunkelheit wiederholt sich selbst
bis zum licht

wie der wind. der den wind
wegweht

© Rea Revekka Poulharidou

zeit

wenn ich meine hände
nur lang genug betrachtete

würde ich sehen wie sie sprießen
haarfeine wurzeln

aus den knochen
aus den fingern –

doch stattdessen
sehe ich nach oben

mein gesicht 10 jahre älter
seit der letzten nacht hier

nichts hat sich verändert

über dem berggipfel
fängt ein falke erstes licht

lang bevor es die augen erreicht
ich will sie schließen & warten

es ist noch zeit
zeit

ich kann sie noch öffnen
wenn ich will

© Rea Revekka Poulharidou

november

das licht. winterlicht
du spürst es. noch bevor du
die augen öffnest

jetzt ist es zu spät. dich
vorzubereiten. auf diese graue
fantasielose traurigkeit
die den raum ausfüllt

es ist noch nicht winter. doch
das licht ist es.
winterlicht

& du bist allein.

schließlich stehst du auf
bemerkst wie dich dein körper
trägt & hast nicht das herz
sein einsames leben
zu verfluchen
sein leiden
an kälte
an winterlicht
das durch jede ritze dringt

& dann umarmst du ihn
so fest. wie  jemanden
der zu dir kommt

mitten in der nacht
unter tränen

© Rea Revekka Poulharidou