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fotografie

sieh
dein gesicht
in einem besonderen
augenblick

& diese augenlider
aus licht

der mund
bereit etwas zu sagen
worauf wir schon immer
warteten

die haut
rosig & makellos

wir sind heute die einzigen
die nicht sehen können
was sich veränderte

ein augenblick folgte
dem anderen. glich dem
davor & danach

der puls des lebens –
dann fremdheit

alles ist
wie es war

alles ist
anders

© Rea Revekka Poulharidou

zuhause

& plötzlich ergibt alles
einen sinn

zuhause
du & ich

wie sich das licht
ändert. an diesem
abend. im februar

saphirhimmel
oben & unten eine welt
aus schnee

& spielende kinder
& das lächeln im gesicht
des schneemanns

& das alles teilen
mit dir

& danach gemeinsam
nach hause gehen

& das abendessen
picknick auf dem boden

& das fraglose wissen
um unsere müdigkeit

& dennoch dieser genuss
aneinander

wie jetzt. wenn du mir
die süße aus äpfeln & honig
reichst

© Rea Revekka Poulharidou

dich lieben

fragtest du mich
ob ich dich liebe
sagte ich

ich liebe dich nicht
weder im gestern
noch im morgen

nur so kann ich dich
immer & immer wieder
neu lieben

fragtest du mich
ob ich dich liebe
sagte ich

wie ich jeden atemzug
bei dir sein will

wie deine stille
in meiner liegt

aus dem licht
der ewigkeit
geschaffen

© Rea Revekka Poulharidou

kaleidoskop

du schreibst das wort
auf ein blatt papier
radierst es aus

ein glücksbringer
hinterlässt eine spur

hebst du eine muschel
strömt das meer aus deiner
hand

drehst du dich um
spannt sich ein regenbogen
über die berge

sehnsucht angst erwartung
bunte glassteine

im kaleidoskop

dampf über
einer heißen quelle
dunst über dem fluss

& plötzlich bist du in
einer belebten einkaufsstraße

suchst nach glasperlen
hältst sie gegen das licht
& alles

alles fängt feuer

© Rea Revekka Poulharidou

streichholzlicht

ich liebe es nachts
im goldenen streichholzlicht
deine gesichtszüge zu erkunden

sekundenlang
den mikrokosmos
deines liebeszaubers
erhaschen

entdeckerin sein
einer wilden landschaft
die ich niemals zähmen will

wir hören den regen prasseln
spüren die wirklichkeit
eines traums

ahnen – noch bevor
das streichholz ausgeht
die flüchtigkeit der zeit

© Rea Revekka Poulharidou