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liebe

by Rea Revekka Poulharidou

an deiner liebe
habe ich dich erkannt

liebe ist deine frucht
frei von allem was dich umgibt

nur die liebe wächst trägt knospen &
reift mit der schlichtheit einer rose

liebe ist dein geburtsmal
dein brandzeichen

sie hebt dich aus der masse
macht dich erkennbar

einen menschen erkennst du nicht
an der gewandtheit seiner worte

auch nicht an seiner arbeit
oder seinem reichtum

denn es ist das leben
das dies gibt oder verwehrt

sicher sind edle worte bereichernd
arbeit & reichtum schenken hoffnung

doch nur die liebe
singt

wie ein milder
frühlingswind

von der schönheit
deiner seele

© Rea Revekka Poulharidou

was wir brauchen

by Rea Revekka Poulharidou

zurück
aus einer welt
im nirgendwo –

wir brauchen
den stich der rose

eine herbe form von licht
an trostlosen nächten

tränen. die unseren mund
versalzen

ob vom rauen wind
oder der erinnerung

keine andere geschichte als
die unsere

einen brutalen traum
getränkt mit unserem leben

leidenschaftlich offen
illusorisch

worin wir aufwachen
ihm substanz verleihen

sein gesicht zu uns wenden
widerwillig

& sehen
für einen augenblick

wie schneeflocken
darauf schmelzen

& leuchten

© Rea Revekka Poulharidou

deine augen

by Rea Revekka Poulharidou

die kamera in deiner hand
der bleistift in meiner

du sitzt auf der terrasse
die beine überkreuzt

dein lächeln
kess & frech

deine augen
inwendig geflutet

mit außergewöhnlichem
licht

das leuchten in dir – mehr
als je aus dir fließen könnte

seine quelle tief in dir
weiter & strahlender

als alle sonnen &
sterne

licht
jenseits seiner selbst

© Rea Revekka Poulharidou

kindheitswege

by Rea Revekka Poulharidou

ihre tage
angefüllt mit träumen
in denen bäume erzählten
& jeder augenblick
wunder barg

wie sie lagen
im hohen gras
& fiebrige worte
es war einmal
ihr herz eroberten

die tage vergingen
die sonne verglühte
das licht nahm ab

die kinder standen auf. gingen hinab
den unvermeidbaren pfad. suchten
nach unberührten tälern
nach wundern
liebe

jahre später. auf demselben hügel
werden sie fündig. sehen wie sie
alles umhüllt. in einer
tröstenden wolke

© Rea Revekka Poulharidou

einfach

by Rea Revekka Poulharidou

mich der einfachheit widmen
ich versuche es

doch es ist nicht einfach

gleichmütig leben
zufrieden mit dem kommen & gehen
der dinge

es ist nicht einfach
einfach

ich stolpere über
meinen eigenen
schatten

abend
einhüllende dämmerung

kein licht auf dem weg
nicht hier
nicht dort

dass ich mich selbst
vergessen könnte

© Rea Revekka Poulharidou