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nacht

die nacht
ein meer
außerhalb
deines körpers

der sternklare himmel
ein wald aus vögeln
blumen fischen
ein wundervoller traum

das meer
ein spiegel der dinge
heute nacht

denken ist schönheit
ein zuhause
ist sonne
tag
ein licht
ein feuer

der schatten an der wand
klang dieser winternacht

© Rea Revekka Poulharidou

es war einmal krieg

durch den stacheldrahtzaun
schlich sich die nacht

der mond blutverschmiert
zerfetzter wolkenkranz

mancher versteckte sich
hinter parolen

an welchem ort das geschah?
nimm diesen oder jenen. es ändert sich nicht viel

an manchen tagen wanderten die schatten
vermisster freunde über den hof

männer standen um atemwolken
so viele leere räume in ihren herzen

der himmel war verloren
hoffnungslos

wahrheit. sie hoffte wie ein
flutüberlebender auf dem hausdach

nach dem letzten schuss blieb die kugel
in der luft stehen. für jahrzehnte

das alles könnte auch der junge dort erzählen
er spielt ball. in dem hof. den es nicht mehr gibt

unter den steinen liegen geschichten
es war einmal krieg

sie denken
alles sei vorbei

© Rea Revekka Poulharidou

flammen

holzscheite fielen zusammen.
unter dem gewicht der flammen

flammen fielen zusammen
vom eigenen gewicht

wir aßen.
beobachteten das feuer

du sagtest.
du wolltest wieder malen

du fragtest.
dein gesicht vom schatten der flammen
gezeichnet

hast du das perfekte wort
noch immer nicht aufgegeben?

© Rea Revekka Poulharidou

wie aus dem nichts

und dann geschieht es. wie aus dem nichts
während du die tür zum büro öffnest oder du

den überdimensionierten einkaufswagen durch die
mit 100 nudelsorten voll gestellten regale schiebst

und dich ein mann um einen euro fragt während
sich der wind draußen mit einer leeren tüte verbündet

es geschieht. wie aus dem nichts
dass du denkst. durch die scheiben

eines irrenhauses zu sehen –

liegt es am schatten, der diese stunde verfolgt oder
am mond, der mit der straßenbeleuchtung spielt?

du fragst die wolken. doch sie sind in gleichgültigkeit gehüllt
gebäude sehen weg. und der himmel jammert

dann geschieht es. wie aus dem nichts
dass alle deine worte davon fliegen

aufgeschreckt von einem
kurzen augenblick

© Rea Revekka Poulharidou