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glutball

glutball über dem hügel
ein meer an rot

die musik des himmels
endlos

reglos sitze ich da
bis ich es nicht mehr ertrage
& stehe auf

alles breitet sich vor mir aus
in der ferne

ich betrachte es. gehe darauf zu
doch es ändert sich nichts

was wir sehen
beginnt und endet
jenseits des denkbaren

& wir. wir suchen weiterhin
nach einem anderen himmel
einer anderen erde

während die eiskappen
schmelzen

© Rea Revekka Poulharidou

anfang april

anfang april
ein hauch von
köstlichem grün
verschwommenem rot

& forsythien
im goldrausch

tänzerinnen
auf zehenspitzen
die arme geweitet
jeder halm ein zeichen
von erfüllung

paare arm in arm
später im monat
sonnen sie sich
auf bänken

ich denke wie auch wir
spazieren gingen
am ufer saßen
ewiges blau
vor uns

wie menschen an uns
vorüber gingen &
wir uns hielten
mit unseren
augen

© Rea Revekka Poulharidou

da ist ein weg

jenseits des sees
vier oder fünf berge
rostrot im dämmerlicht

berge
versunken
im vorspiel
der nacht

da ist ein weg hinter dem dunkel
er führt durch fülle & leere

da sind flüsse & wasserfälle
tausende kilometer
unter dir

zufriedenheit kommt
in kleinen schritten

launen kommen & gehen
doch eines bleibt

stille. wir alle teilen sie

wurzel & ast. rose & granatäpfel
wir können nicht genug bekommen
wir können nicht

manche sagen. schönheit ist
der feind des ausdrucks

andere sagen. ausdruck ist
der feind der schönheit

der schöpfer sagt.
geflügelte worte sind weder kunst
noch schönheit

geh langsam. geh schneller
geh.
du hast alles gesagt

© Rea Revekka Poulharidou

liebe verstehen

ich stelle mir vor, wie du
der beginn dieses gedichts bist

ich stelle mir vor. wie der regen es
an dein fenster schreibt

wie deine haut den duft
der erde atmet –

liebe verstehen

es genügt nicht
die wertvollsten gärten unserer hoffnung
in den himmel zu säen

es genügt nicht
die zukunft aus der blüte
einer rose zu lesen

liebe verstehen

in der art wie dornen
ihre rose beschützen

nicht zulassen. dass der mond
seinen schläfrigen kopf
auf unser dach legt

& unsere worte
im nachthimmel
verglühen

ihnen folgen. wo immer sie auch hinführen
alles hören. wie den pfeil
bevor er trifft –

unser herz schälen
schicht für schicht

sehen
was darunter
liegt

herz
unter
herz

© Rea Revekka Poulharidou

kaleidoskop

du schreibst das wort
auf ein blatt papier
radierst es aus

ein glücksbringer
hinterlässt eine spur

hebst du eine muschel
strömt das meer aus deiner
hand

drehst du dich um
spannt sich ein regenbogen
über die berge

sehnsucht angst erwartung
bunte glassteine

im kaleidoskop

dampf über
einer heißen quelle
dunst über dem fluss

& plötzlich bist du in
einer belebten einkaufsstraße

suchst nach glasperlen
hältst sie gegen das licht
& alles

alles fängt feuer

© Rea Revekka Poulharidou