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fotografie

sieh
dein gesicht
in einem besonderen
augenblick

& diese augenlider
aus licht

der mund
bereit etwas zu sagen
worauf wir schon immer
warteten

die haut
rosig & makellos

wir sind heute die einzigen
die nicht sehen können
was sich veränderte

ein augenblick folgte
dem anderen. glich dem
davor & danach

der puls des lebens –
dann fremdheit

alles ist
wie es war

alles ist
anders

© Rea Revekka Poulharidou

nacht

die nacht
ein meer
außerhalb
deines körpers

der sternklare himmel
ein wald aus vögeln
blumen fischen
ein wundervoller traum

das meer
ein spiegel der dinge
heute nacht

denken ist schönheit
ein zuhause
ist sonne
tag
ein licht
ein feuer

der schatten an der wand
klang dieser winternacht

© Rea Revekka Poulharidou

da ist ein weg

jenseits des sees
vier oder fünf berge
rostrot im dämmerlicht

berge
versunken
im vorspiel
der nacht

da ist ein weg hinter dem dunkel
er führt durch fülle & leere

da sind flüsse & wasserfälle
tausende kilometer
unter dir

zufriedenheit kommt
in kleinen schritten

launen kommen & gehen
doch eines bleibt

stille. wir alle teilen sie

wurzel & ast. rose & granatäpfel
wir können nicht genug bekommen
wir können nicht

manche sagen. schönheit ist
der feind des ausdrucks

andere sagen. ausdruck ist
der feind der schönheit

der schöpfer sagt.
geflügelte worte sind weder kunst
noch schönheit

geh langsam. geh schneller
geh.
du hast alles gesagt

© Rea Revekka Poulharidou

dich lieben

fragtest du mich
ob ich dich liebe
sagte ich

ich liebe dich nicht
weder im gestern
noch im morgen

nur so kann ich dich
immer & immer wieder
neu lieben

fragtest du mich
ob ich dich liebe
sagte ich

wie ich jeden atemzug
bei dir sein will

wie deine stille
in meiner liegt

aus dem licht
der ewigkeit
geschaffen

© Rea Revekka Poulharidou

höhlengeflüster

da ist ein flüstern. eingemeißelt
in den wänden der tiefsten höhlen

geschaffen von einem fluss.
der kein fluss mehr ist

einst gab es dort auch sterne.
an einem anderen himmel

da ist ein flüstern. es kehrt zurück
in einem anderen flüstern

dunkelheit wiederholt sich selbst
bis zum licht

wie der wind. der den wind
wegweht

© Rea Revekka Poulharidou