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unter dem gewicht der sonne

jedes gedicht dreht sich
um zeit

jede nacht umarmst du mich
behutsam zärtlich

& unter dem gewicht
der sonne

löst du dich am morgen
sanft von meiner brust

ein tag mehr ist ein tag weniger

seit wochen schreibe ich
diese zeilen

mit einem bleistift
aus regen

er verschmiert
mein gesicht

er spricht die sprache
in der nichts bestand hat –

das licht kennt diese sprache nicht
in den kleinsten ritzen unserer worte

weiß es nur
zu leuchten

© Rea Revekka Poulharidou

unsichtbares

unsichtbares
unhörbares

sehnsucht 
begleitet von jedem wort, das
du bislang schriebst

reglos steht der reiher
auf einem pfahl
im see

sonnendurchflutetes
wasser

zwei schwäne
im freudentanz
leichter als licht

& doch schwerer
sobald du
blinzelst

handle
ruhig

die sprache dafür ist einfach
jede deiner zellen kennt sie

der reiher reckt den hals
er hört was wir nicht hören
sieht was wir vermissen

die schwäne gehen an land
im letzten sonnenlicht
einer &
einer

© Rea Revekka Poulharidou

im reich der poesie

ich mag es hier
unter dem dach
der platanen & linden

ich mag es
wie der wind die bäume wortlos entkleidet
wie sich licht & laub endlos wiederholen

ich mag es
weil ich hier lieber bin
als anderswo & weil
ich sie liebe –

die eigenwilligkeit
den zauber der sprache
ihr geist ist überall

in meinem haus leben bilder
sie malen sich selbst

im garten wächst der baum
meiner liebe

über dem himmel
wölben sich weitere himmel

& dieser reichtum
kennt keine
grenzen

© Rea Revekka Poulharidou

orangenblüten

orangenblüten legten spuren
auf dem boden des herzens

& die präludien ließen träume zurück
auf dem kalkweiß einer mauer

& dort weiter unten. bäume. silber
dann nicht mehr silber. wind

& du sitzt dort
im flackernden grün
entspannt

blätter rauschen im wind

die welt ist dir nichts
die musik ist dir nichts
die nachmittagsruhe. nichts

nur der wind
wie er sich bewegt
durch den silbernen glanz

& die orangenblüten
auf den weichen steinen
als seien sie gedichte

© Rea Revekka Poulharidou