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glück

wir werden dort sein
zum glück
wir werden auf den hügel steigen
die sonne wird leuchten

das meer
blauer als möglich
violetter & grüner
& wir werden «thalassa» rufen
& lachen
miteinander

das muss Epikur mit glück
gemeint haben
das meer sehen

als letztes in der nacht
als erstes am morgen

© Rea Revekka Poulharidou

winterlicht

by Rea Revekka Poulharidou

winterlicht schmilzt
tropft von den blattspitzen

der morgenmond wird
eins mit dem himmel

unsere träume
kommen aus dem innersten
jeden baumes

vom tiefsten grund
jeder wolke

unsere worte
sind metaphern
für andere worte

unsere träume
sind metaphern
für andere träume

sie reden
über die eine liebe
die weitere lieben
gebiert

jede furche
unseres herzens
glaubt
liebt
hofft

wie die unsichtbaren sterne
am taghellen
himmel

© Rea Revekka Poulharidou

wie einfach

wie einfach sich
das reife weizenkorn
löst

während sich die erde
dreht

namenlose berge
verwoben

mit einem faden
licht

vögel erheben sich
& du weinst

nicht
weil es keinen himmel
gibt

sondern
weil es ihn gibt
ohne dich

du glaubst an dinge
die es geben könnte

du sagst
du brauchst sie

doch alles
was dich nicht braucht
ist wirklich

© Rea Revekka Poulharidou

hier und jetzt

an tagen wie heute
rede ich nur im jetzt

das morgen und gestern
was ist das schon

nicht mehr als ein nebel
ungreifbares im auge der zeit

alles bist du mir
regen & duft nach meer und moos

blühender mandelbaum
amseln bienen blumen

dem blau
die sonne

mein himmel
mein licht

© Rea Revekka Poulharidou

deine augen

by Rea Revekka Poulharidou

du sitzt mir
gegenüber

dein lächeln
kess & frech

deine augen
inwendig geflutet

mit außergewöhnlichem
licht

das leuchten in dir – mehr
als je aus dir fließen könnte

seine quelle tief in dir
weiter & strahlender

als alle sonnen &
sterne

licht
jenseits seiner selbst

© Rea Revekka Poulharidou

den ganzen tag

den ganzen tag
flüsterte der himmel
dem meer zu

doch
nichts
bewegte sich

in den gassen
sperrten fensterläden
die sonne aus

zwischen den lamellen
schoben sich kinder
nachrichten durch

tintenblaues papier
segelte herab

in der ganzen stadt
hielt die liebe aussschau
nach uns

überall
folgte sie uns
nach

den ganzen tag
schrieb ihr finger
auf meinem bauch

stieg
mein feuchtes
rückgrad hinauf

ich nahm
den blick
von ihr

die stadt erwachte
katzen reckten sich
standen auf

fensterläden
öffneten sich
nach & nach

dieselbe einsamkeit
die uns verschließt
öffnet uns wieder

© Rea Revekka Poulharidou