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was wir brauchen

zurück
aus einer welt
im nirgendwo –

wir brauchen
den stich der rose

eine herbe form von licht
an trostlosen nächten

tränen. die unseren mund
versalzen

ob vom rauen wind
oder der erinnerung

keine andere geschichte als
die unsere

einen brutalen traum
getränkt mit unserem leben

leidenschaftlich offen
illusorisch

worin wir aufwachen
ihm substanz verleihen

sein gesicht zu uns wenden
widerwillig

& sehen
für einen augenblick

wie schneeflocken
darauf schmelzen

& leuchten

© Rea Revekka Poulharidou

deine augen

die kamera in deiner hand
der bleistift in meiner

du sitzt auf der terrasse
die beine überkreuzt

dein lächeln
kess & frech

deine augen
inwendig geflutet

mit außergewöhnlichem
licht

das leuchten in dir – mehr
als je aus dir fließen könnte

seine quelle tief in dir
weiter & strahlender

als alle sonnen &
sterne

licht
jenseits seiner selbst

© Rea Revekka Poulharidou

unter dem gewicht der sonne

jedes gedicht dreht sich
um zeit

jede nacht umarmst du mich
behutsam zärtlich

& unter dem gewicht
der sonne

löst du dich am morgen
sanft von meiner brust

ein tag mehr ist ein tag weniger

seit wochen schreibe ich
diese zeilen

mit einem bleistift
aus regen

er verschmiert
mein gesicht

er spricht die sprache
in der nichts bestand hat –

das licht kennt diese sprache nicht
in den kleinsten ritzen unserer worte

weiß es nur
zu leuchten

© Rea Revekka Poulharidou

unsichtbares

unsichtbares
unhörbares

sehnsucht 
begleitet von jedem wort, das
du bislang schriebst

reglos steht der reiher
auf einem pfahl
im see

sonnendurchflutetes
wasser

zwei schwäne
im freudentanz
leichter als licht

& doch schwerer
sobald du
blinzelst

handle
ruhig

die sprache dafür ist einfach
jede deiner zellen kennt sie

der reiher reckt den hals
er hört was wir nicht hören
sieht was wir vermissen

die schwäne gehen an land
im letzten sonnenlicht
einer &
einer

© Rea Revekka Poulharidou

im reich der poesie

ich mag es hier
unter dem dach
der platanen & linden

ich mag es
wie der wind die bäume wortlos entkleidet
wie sich licht & laub endlos wiederholen

ich mag es
weil ich hier lieber bin
als anderswo & weil
ich sie liebe –

die eigenwilligkeit
den zauber der sprache
ihr geist ist überall

in meinem haus leben bilder
sie malen sich selbst

im garten wächst der baum
meiner liebe

über dem himmel
wölben sich weitere himmel

& dieser reichtum
kennt keine
grenzen

© Rea Revekka Poulharidou