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erinnern

by Rea Revekka Poulharidou

erinnern.
nur an das licht. nach dem ich dürstete
an das leidenschaftliche flüstern
das beben unserer herzen
nur an das gebet der seele
den blühenden garten
die erde

& an die sonne. die meinen hunger
stillte
nach licht

erinnern.
nur an die worte
der liebe

© Rea Revekka Poulharidou

 

bildnis

by Rea Revekka Poulharidou

briefe
jemand liest
ein anderer schreibt
während sie wartet

sie sieht aus dem fenster
auf eine unsichtbare straße

an den wänden hängen bilder
in ihnen andere bilder
landschaften in
landschaften
licht in licht

& hier
ganz nah
papier & tinte
eine feder

sie sieht
aus dem fenster
wartet

drei jahrhunderte
die hände im schoß

ungealtert
in einem rahmen
aus zeit & stille

© Rea Revekka Poulharidou

ungetrübte augen

by Rea Revekka Poulharidou

das leben betrachten
mit ungetrübten augen –

die erde ist nach wie vor das paradies
das sie schon immer sein wollte

der himmel so weit entfernt
wie zuvor

die wolken reisende botschafter
wie seit anbeginn der zeit

da ist nichts mehr
das verworfen werden will

da sind nur noch die lieder der jungen
und die der alten, die auf etwas anderes hoffen

Herr, sprich zu ihnen in ihrer ungewissheit
sag ihnen

die schatten sind längst verschwunden
der nebel hat sich gelichtet

sag ihnen, dass licht
keine metapher ist

© Rea Revekka Poulharidou

gaukler

by Rea Revekka Poulharidou

kummer – ich kenne dich
du gaukler

du bist die sehnsucht
nach einer hoffnung

bist die einsamkeit
eines dunklen herzens

ein streunender hund
ohne weg & ziel

eine flackernde kerze
im nächtlichen wind

kannst glück & schmerz
nicht voneinander trennen

ich kenne dich du gaukler
& ziehe weiter

bleibe sonnenliebende
poetin, träumerin

die stets nach dem licht
im dunklen sucht

© Rea Revekka Poulharidou

was wir brauchen

by Rea Revekka Poulharidou

zurück
aus einer welt
im nirgendwo –

wir brauchen
den stich der rose

eine herbe form von licht
an trostlosen nächten

tränen. die unseren mund
versalzen

ob vom rauen wind
oder der erinnerung

keine andere geschichte als
die unsere

einen brutalen traum
getränkt mit unserem leben

leidenschaftlich offen
illusorisch

worin wir aufwachen
ihm substanz verleihen

sein gesicht zu uns wenden
widerwillig

& sehen
für einen augenblick

wie schneeflocken
darauf schmelzen

& leuchten

© Rea Revekka Poulharidou