Header Image - Rea Revekka Poulharidou

als alles in mir schwieg

schenktest du mir stille
aus deiner stille

holtest das dunkle geheimnnis
von den wurzeln ans licht

ließt im winter die nachtigall
an meinem fenster singen –

in muschelschalen
schrieben wir uns ein

warfen sie weit ins meer
bei der geheimen insel

heute stehe ich am strand
schreibe einsame worte in den sand

flechte mir die morgenröte ins haar
und küsse

deinen namen

© Rea Revekka Poulharidou

strand

kleine kiesel. unzählbar
so viele farben

ganze und zerbrochene
muschelschalen

dazwischen

eine möwenfeder
offene seeigel

glas. geschliffen. wie das herz
nach langem kummer

das leere schneckenhaus
eines einsiedlerkrebses –

ein mädchen geht das blau entlang
halb himmel. halb windbewegter ozean

ein kiesel nach dem anderen
gleitet in ihre tasche

ab und zu nimmt sie einen heraus
betrachtet ihn mit bedacht

diesen nicht. aber diesen
welchen? warum?

die wellen bleiben unbeeindruckt
kräuseln. beugen sich. brechen

ich möchte ihr etwas sagen
doch was wird sie hören

über die entfernung?
meer meer. den schrei einer möwe

geh langsam.
am rand des wassers

wähl aus. alles
was du einmal loslassen wirst

als geschähe es
jetzt

© Rea Revekka Poulharidou

spürte dich

großes meer - gedicht von Rea Revekka Poulharidou

großes meer (13)


ich stand am ufer
eines großen meers

und spürte dich

unter meiner
oberfläche

schwimmen

© Rea Revekka Poulharidou

unter der sonne

der grünliche rumpf des alten fischerbootes
schaukelt auf und ab

die planken erzählen von tagen
auf dem meer

unter der sonne ist das meer
ein rauschender traum

blaue wellen
kristall- und silberschaum

das meer brodelt und lacht
zum blauem himmel

kristallmeer sprudelndes meer
lacht sein blaues lachen

eine möwe schwebt im schlafenden wind
gemächlich in die weite

verschwindet
im hellen dunst

© Rea Revekka Poulharidou