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lebenslinien

sanfter vollmond
knapp über den buchen

mein stift ist zu kurz
ewigkeit zu beschreiben

vergangenes ist beendet und
liegt doch vor uns

ich mag den wind
wie er sich schüttelt die achseln zuckt

seinen weg kenne ich nicht und
kenne ihn doch

leuchtend blaue sommerabende
brennendes grün am ende des herbstes

weite
öffnet sich

zieht sich sanft
zusammen

öffnet sich

© Rea Revekka Poulharidou

für kurze zeit

unbeleuchtet der raum
ein stuhl am fenster
du lehnst dich
zurück

die skyline verschwindet
allmählich in der ferne
es dunkelt

kein geräusch

nur der brausende wind
der tickende schnee
gegen das fenster

für kurze zeit hörst du. nichts

nur die stille
die alle geräusche
nach und nach berührt

wach bist du. die augen offen

hörst noch die musik
die seit stunden
ausklang

& fragst dich
wo du die ganze zeit
gewesen bist

nacht

die tischlampe ist in reichweite
dort. neben dir. auf dem stuhl
erinnerungen

hängen im raum

du setzt dich aufrecht
greifst zur lampe
zuckst zusammen

als das telephon klingelt

inhalierst die schwarze luft
hörst das klingeln
& dann lang

sein nichtklingeln

© Rea Revekka Poulharidou

encelatus

encelatus. wissenschaftler erforschen
saturns mond

vulkane geysire eisfontänen
-240 grad celsius

unter seiner eisdecke
eine meereswelt –

wir suchen im weltraum
nach dem ursprung des lebens

und sind nicht fähig
einen traum anders zu betrachten

als das flachland
auf dem wir leben

© Rea Revekka Poulharidou