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streichholzlicht

ich liebe es nachts
im goldenen streichholzlicht
deine gesichtszüge zu erkunden

sekundenlang
den mikrokosmos
deines liebeszaubers
erhaschen

entdeckerin sein
einer wilden landschaft
die ich niemals zähmen will

wir hören den regen prasseln
spüren die wirklichkeit
eines traums

ahnen – noch bevor
das streichholz ausgeht
die flüchtigkeit der zeit

© Rea Revekka Poulharidou

november

das licht. winterlicht
du spürst es. noch bevor du
die augen öffnest

jetzt ist es zu spät. dich
vorzubereiten. auf diese graue
fantasielose traurigkeit
die den raum ausfüllt

es ist noch nicht winter. doch
das licht ist es.
winterlicht

& du bist allein.

schließlich stehst du auf
bemerkst wie dich dein körper
trägt & hast nicht das herz
sein einsames leben
zu verfluchen
sein leiden
an kälte
an winterlicht
das durch jede ritze dringt

& dann umarmst du ihn
so fest. wie  jemanden
der zu dir kommt

mitten in der nacht
unter tränen

© Rea Revekka Poulharidou

mein meer

mein meer - Briefgedicht von Rea Revekka Poulharidou

mein meer (61)

zum wertvollsten besitz wurde mir das meer
sowie jede erinnerung daran.
jetzt wogt es nirgendwo sonst als in mir.
überall in meinem körper.

auf eigenartige unerklärliche weise
gefällt mir die vorstellung
dass dieses meer nur mir gehört –
blau lichtdurchflutet

tief stürmisch still –
eine kostbarkeit
jenseits jeder realität

© Rea Revekka Poulharidou

zwischenwelt

es gibt räume
du wirst sie nie betreten

laternen flackern dort
von einer dunkelheit
in die nächste

straßen
. richtungslos

jemand huscht vorbei
. unwichtig

gestutzt
. wie der baum

vor deinem fenster

ein telefon klingelt
. leise

deine uhr geht
. rückwärts

&

du fragst nach dem schlüssel
zu all dem

kupfermünzen tragen
dein gesicht. zerkratzt

wie dein name
im spiegel

© Rea Revekka Poulharidou